Nasennebenhöhlen (NNH) - Infekte der oberen Luftwege

Gestern gesund ins Bett, heute krank aufgestanden?

Akute Infekte der oberen Luftwege sind sehr lästig. Halsschmerzen, die Nase läuft oder ist verstopft, die Ohren und / oder der Kopf schmerzt, Fieber und geschwollenen Lymphknoten machen den Infekt zur Belastung.

Nicht selten rutsch das Ganze nach „unten“ in die Bronchien oder gar Lunge. Verschleimung, starker Husten und Abgeschlagenheit sind die Folge. Zu Beginn sind meistens Viren die Auslöser.

Komplizieren kann sich der Infekt, wenn Bakterien die Schwäche des Immunsystems nutzen und zusätzlich die Schleimhäute besiedeln.

Infektbehandlung

Immer wieder hört man, dass der Verlauf eines solchen Infektes der oberen Luftwege nicht zu beeinflussen ist. So stimmt die Aussage nicht.

Durch eine Behandlung lassen sich die Symptome lindern, der Krankheitsverlauf verkürzen und komplizierte Zweitinfektionen vermeiden.

Neben Schleimlösern, abschwellenden Medikamenten und Flüssigkeitszufuhr können die Nebenhöhlen schmerzlos abgesaugt werden oder durch Infusionen das Immunsystem gestärkt werden.

Akupunktur, Kräutertees und Ruhe können eine rasche Erholung unterstützen!

Eitrige akute Nebenhöhlenentzündung

Kopfschmerzen, Schmerzen die in den Augenhöhlen ihren Ursprung zu haben scheinen, blockierte Nase, Druck auf den Ohren, starke Abgeschlagenheit und manchmal Fieber sind Anzeichen für eine eitrige Nebenhöhlenentzündung.

Hier sollte auf jeden fall diese Diagnose abgeklärt werden! Werden akute Nasennebenhöhlen Beschwerden verschleppt, kann sich eine chronische NNH Infektion bilden.

Manchmal sind nur die Kieferhöhlen, oft aber auch das Siebbeinsystem, die Stirnhöhlen und die Keilbeinhöhlen betroffen. Auch hier muss nicht sofort zum Antibiotikum gegriffen werden.

Wenn es für den Patienten noch tragbar ist, sind Schleimlöser, hohe Einlagen, spezielle Nasensprays, Wärmebehandlungen, Akupunktur, aber auch noch andere Möglichkeiten gegeben eine Antibiotikagabe zu vermeiden.

Ist die Infektion weit fortgeschritten bedarf es manchmal doch einer Antibiotikagabe. Deren unerwünschten Folgen wie Pilzinfektionen auf allen Schleimhäuten lassen sich dennoch wirksam vorbeugen.

Chronische Nebenhöhlenentzündung

Häufig und lange auftretende Infekte der Nasennebenhöhlen weisen auf eine mögliche chronische Entzündung der Kieferhöhlen, der Stirnhöhlen oder des Siebbeinsystems hin. Sehr selten sind die weit hinten in der Nase liegenden Keilbeinhöhlen betroffen.

Störungen des Geruches, Störungen der Durchgängigkeit der Nase, Verschleimungen, ständiger Schleimfluss hinter in den Rachen, Mundgeruch, Kopfschmerzen, Druck über den oberen Zahnreihen, Augentränen sind häufig zu beobachten.

Leitsymptom sind jedoch häufige und lang anhaltende Infekte der oberen Luftwege.

Auch bei häufigen Bronchitiden oder Lungenentzündungen muss an eine chronische Nebenhöhlenentzündung gedacht werden.

Diagnostik der chronischen Nebenhöhlenentzündung

Die schmerzlose Endoskopie der Nase, des Raumes hinter dem Zäpfchen (Nasenrachen) und ggf. des Kehlkopfes ist die Basis jeder Untersuchung.

Da auch der Gang vom Ohr in die Nase betroffen sein kann gehört auch die Untersuchung der Ohren mit dem Mikroskop dazu. Dann sollte eine Ultraschallaufnahme aller Nebenhöhlen erfolgen.

Bestätigt sich der Verdacht erfolgt noch eine Schichtaufnahme mithilfe der Computertomographie, der Kernspintomographie oder auch der Digitalen Volumentomographie.

Therapie der chronischen Nebenhöhlenentzündung

Die sicher bekannteste Methode ist eine endonasale (durch die natürlichen Öffnungen der Nase durchgeführte) Operation. Daneben gibt es aber eine ganze Reihe konservativer Behandlungsmethoden.

Ziel ist es die chronisch geschwollenen Schleimhäute in der Nase sowie in den Siebbeinzellen, Kiefer- und Stirnhöhlen wieder abzuschwellen. Die Belüftung der Höhlen wiederherzustellen. Das krankhafte Sekret aus den Höhlen zu drainieren.

Hier kommen lokale Pflegemaßnahmen, hohe Einlagen, Salzwasserspülungen sowie eine individuell angepasste medikamentöse Therapie in Frage.

Auch hier lassen sich durch Akupunktur oder verschiedene Kneippsche Anwendungen Verbesserungen erzielen.