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Die Behandlung des einfachen Schnarchens

von Dr. Richard Kirchmair

Schnarchen: ein Schicksal?

Nun gut. „Es“ schnarcht. Was also tun mit all dem neuen Wissen?

Der ideale Fall: Akustisch auffällig, nebenan wird gelitten, aber das Schnarchen schadet dem Körper nicht. Manchmal hilft wohl der berühmte spitze Ellenbogen in den Weichteilen und es herrscht wieder Ruhe.

Aber was, wenn nicht? Behandelt wird das Schnarchen ohne Symptome natürlich nur, wenn der Patient dies wünscht oder den Wunsch seines Partner umsetzen will.

Die Behandlung des einfachen Schnarchens - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Achten Sie auf die Schlafhygiene

Die Basismaßnahme ist die sogenannte Schlafhygiene. Das bedeutet, keine Belastungen für den Schlaf zu schaffen. Verzicht auf abendlichen Alkohol, auf schwere Mahlzeiten ab 18.00 Uhr und auch keine Schlafmittel. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus ist ebenfalls hilfreich. Das gelüftete, abgedunkelte Schlafzimmer ohne den Fernseher an der Wand. Der Verzicht auf Nikotin gehört natürlich auch dazu. Übergewicht begünstigt Schnarchen. Eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht ist also immer sinnvoll.

Schienentherapie

Und wenn das alles nichts hilft? In den letzten Jahren haben sich Unterkiefer-Protrusionsschienen bewährt. Bei geeigneten Patienten kann durch den Einsatz solcher Schienen, die meist der Zahnarzt anpasst, das Schnarchen vermindert werden. Voraussetzung ist natürlich, dass es technisch möglich ist und die Enge im Rachen positiv auf eine solche Schiene anspricht. Eine weitere Schienenart ist auch noch zu erwähnen. Hier wird eine Schiene hinter dem Zäpfchen platziert und am Oberkiefer fixiert. So zieht man den Gaumen nach vorne und schafft Platz.

Operation?

Ja natürlich, vielleicht warten sie schon sehnsüchtig, es gibt auch operative Verfahren. Hier geht es erst einmal um das reine, lästige Schnarchen, ohne Gesundheitsauswirkungen für den Betroffenen. Eine Operation kann immer Komplikationen nach sich ziehen, daher ist die Operation beim Schnarchen gut abzuwägen!

Ist eine sehr enge Nase oder eine Verkrümmung der Nasenscheide der Hauptverdächtige, dann kann das Schnarchen ein Eingriff an der Nase eventuell schon massiv reduzieren. Hier kann man auch durch ein Nasenspray testen, inwieweit ein solcher Eingriff Hilfe verspricht. Ist das Problem mehr im Rachen verortet, dann kommen Gaumensegelstraffungen, Mandelentferungen oder auch Reduktion des Zungengrundes infrage. Hier muss klar sein, dass der Effekt einer Operation mit steigendem Körpergewicht sinkt.

Gaumensegelstraffungen werden heute in erster Linie lasergestützt durchgeführt. Es ist mittlerweile gut belegt, dass hier ein positiver Effekt auf das Schnarchen zu erwarten ist. Aber diese Verfahren haben natürlich immer das Problem, dass vorher der zu erwartende Effekt nicht vorhergesagt werden kann. Darüber hinaus verlieren die gestrafften Schleimhäute in den Folgejahren einen Teil der erreichten Straffung wieder.

Auch kleine Implantate im Gaumen können die Weichteile so straffen, dass das Schnarchen weniger hörbar wird.

Bei Fragen, wer kommt wofür infrage, wenden sie sich an ihren Arzt.

Kommende Woche geht es dann um krankhaftes Schnarchen mit Atemaussetzern und dessen Behandlungsoptionen.

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