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Die Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms

von Dr. Richard Kirchmair

Tagesmüdigkeit, Erschöpfung, Schlafattacken, nächtlich eskalierender Bluthochdruck oder auch die Sorge des Schlafpartners führte einem zum Arzt…

Nun sitzt „man“ zur Endbesprechung der Befunde beim Arzt und hört, dass man krankhaft viele Atemaussetzer in der Diagnostik der Nacht gefunden hat und hier liegt der berühmte Hase im Pfeffer. Spätestens ab 10 Atemaussetzern mit dem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut spricht man von einem krankhaften Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS).

Die Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Das Positive, Ja eine Behandlung ist möglich. Aber die Behandlung ist auch nötig.

Was wissen wir denn aus den vorherigen Beiträgen

Bei Übergewicht kann die Gewichtsabnahme schon erhebliche Linderung schaffen. Ja das ist leicht geschrieben…. Wem sagen Sie das.

Die Schlafhygiene ist immer empfehlenswert, reicht meist nicht aus.

In den letzten Jahren haben sich Protrusionsschienen etabliert. Hier wird ein Vorschub des Unterkiefers erreicht, der die Atemwege zu stabilisieren hilft. Erfolgsrate zwischen 50 bis 70%. Natürlich m muss, auch bei subjektivem Erfolg, die Therapie kontrolliert werden.

Auch die Op des Gaumensegels kann helfen. Erfolgsrate 50%. Liegen anatomische Engen vor wie eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, können hier Operationen unterstützen, die Erfolgsrate bei Atemaussetzern ist nur bei entsprechender erheblicher Enge gegeben, liegt aber auch unter 50%.

Sehr bekannt ist die Schaffung eines kontinuierlichen Überdrucks in den Atemwegen mittels einer Nasen- oder Gesichtsmaske, die sogenannte C PAP („continuous positive airway pressure“) Behandlung. Einfach gesagt stellt ein kontinuierlicher Überdruck die Stabilität der Atemwege vom Naseneingang bis zur Lunge wieder her. Der Erfolg der Methode ist sehr hoch. Besonders bei der obstruktiven Schlaf-Apnoe werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Aber auch bei zentraler Schlaf-Apnoe sind zumindest gute Ergebnisse zu erwarten. Die Geräte werden immer einfacher, leiser und komfortabler. Ggf. Werden schon Geräte eingesetzt, die biphasisch arbeiten. Das heißt, dass der Druck beim Einatmen höher  ist und beim Ausatmen gegen einen geringeren Druck geatmet werden kann. Es gibt sogar Geräte, die bei jedem Atemzug individuell den Druck anpassen Dennoch kommen nicht alle Menschen mit der Maske klar.

Hier kommt dann der Zungenschrittmacher ins Spiel. Sehr vereinfacht stimuliert der Schrittmacher den Zungennerv (Hypoglossusnerv). Durch die Stimulation wird das Zurückfallen der Zunge verhindert, damit der Schlund stabilisiert. Atemaussetzer und das Schnarchen wird vermindert, im Idealfall sogar verhindert.

Was bringt das alles?

Im Idealfall Ruhe im Schlafzimmer, einen ausgeschlafenen Patienten und die Reduktion von Herz-Kreislauferkrankungen. Ganz zu Schweigen von verbesserter Konzentration beim Führen von Maschinen jeder Art.

Und war das wirklich Alles? Nein! Es gibt weitere, nicht ganz so gebräuchliche Optionen, davon kommende Woche! Ich freue mich auf Sie!

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