Blog

Ein Prachtkerl mit einem kleinen Manko …

von Dr. Richard Kirchmair

Ich bin ein Wunder Natur, von höchst athletischer Figur und für mein Alter noch dazu intelligent. Auch meine Physiognomie erfreut sich höchster Sympathie. Ich bin ein Mann, wie man ihn nur aus Filmen kennt. Ich pflege mich stets mit der Frische von Lemonen, um meine Männlichkeit noch zu betonen. Ich bin viel schöner als der „Dean“, wisst’s eh, der James, der aus dem Film, und trotzdem hab‘ ich bei den Frauen kan Erfolg. Denn: Ich hab‘ Mundgeruch!
- Rainhard Fendrich: Mundgeruch

Wer Rainhard Fendrich (jüngst erst in Augsburg zu Gast) schon einmal live erleben durfte, der hat nur allzu gut seinen verschmitzten Blick beim Singen seiner humoristischen Lieder vor Augen. Der Wiener Schmäh lässt sogar heiklere Themen schier leicht daherkommen; eine Leichtigkeit, die Betroffene allerdings sicher entbehren.

Ein Prachtkerl mit einem kleinen Manko … - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Woher kommt der schlechte Atem?

Den Hauptanteil hat der Mund- und Rachenraum selbst, in Form von Speiseresten, Karies, Bakterien oder Pilzen. Daneben kann die Ursache im Nasen-Rachen-Raum, in den Atemwegen, im Verdauungstrakt oder bei Stoffwechselerkrankungen gefunden werden. Sollten alle Mundhygiene-Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, ist der Gang zum Arzt unvermeidbar! Zum einen leidet man sonst langfristig unter schlechtem Atem, zum anderen gefährdet man auch möglicherweise die Zähne und das Zahnfleisch.

„Ich hab‘ schon alles probiert, doch hab‘ ich bis jetzt noch kan Weg gefunden, der mich zum Erfolge führt.“

Kaugummis und Mundspüllösungen helfen nur vorübergehend gegen schlechten Atem, deshalb sind gute Mundhygiene, Zahnseide und regelmäßiges Putzen (schon bei Babys ab dem 1. Zahn!) Pflicht. Auch eine Zungenreinigung mit einem Zungenreiniger ist essentiell, um alle Bakterien vom Zungenrücken entfernen zu können. Die Zähne nur mit leichtem Druck putzen. Auch sollte niemals nur seitlich hin und her oder nur auf und ab geputzt werden, denn dadurch wird der Zahnbelag noch tiefer in die Zahnzwischenräume gepresst. Manche Stellen wie die hinteren Backenzähne und Teile der Zahnzwischenräume sind mit der Zahnbürste nur schwer zu erreichen. Hier entsteht schnell eine Parodontitis. Eine umfassende Prophylaxe pro Halbjahr ist daher empfehlenswert.

„Ich tät so gern mit manchem schönen Mäderl knutschen, anstatt allanich dauernd scharfe Zuckerln luschen!“

Bevor Ihnen aber ungenießbare Bonbons neben dem schlechtem Atem auch sämtliche Geschmacksnerven lahmlegen, sollten sie es mit Lebensmitteln versuchen, die die Zähne natürlich schützen und Karies und Parodontitis vorbeugen, wie Käse, Grüner Tee, Avocados, Cranberries und Zwiebeln. Die Vitamine C und D sind zudem gut für Zähne und Zahnfleisch und Joghurt und Petersilie vertreiben Bakterien, die Mundgeruch verursachen.

Prophylaxe – von Herzen Dank!

Aber nicht nur die Zähne profitieren von einer regelmäßigen Zahnreinigung. Herz und Gefäße werden sie Ihnen ebenfalls danken. Eine schlechte Mundhygiene, deren Folge chronische Entzündungsprozesse im Zahnbereich sind, erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

„Die letzte Möglichkeit bleibt halt, dass ich mein ganzes Leben lang die Goschn halt!“

Natürlich ist der Mundgeruch kein spezifisch männliches Problem. Die Quintessenz aus dem Fendrich’schen Song wäre aber für die weibliche Spezies womöglich noch schwerer auszuhalten…

Zurück

Artikel teilen