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Göttliche Ambrosia? Weit gefehlt …

von Dr. Richard Kirchmair

Hey Siri!

Grüß Dich! Wie kann ich Dir behilflich sein?

Meine Augen brennen und meine Nase läuft. Die Ambrosia macht mir zu schaffen.

Das tut mir leid.

Was kann ich denn dagegen tun?

Das wirst du selbst am besten wissen.

Das weiß ich eben leider nicht, Siri.

Ich finde dich cool.

Oh vielen Dank!

Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

Ja wunderbar, Siri. Schmeichelhaft bist Du ja auf jeden Fall, aber zielführend? Das war dieser Test nicht wirklich. Du die liebste Stimme (neben der Ihrer Frau) eines der größten Importschlager aus den USA, lässt mich letztlich doch allein. Apple, Google, Amazon, Boeing, Dell, Ford; zweifelsohne America ist mehr first, als Great Britain greatest – zumindest aus der deutschen Konsumsicht. Und dennoch sitze ich jetzt hier – mit brennenden Augen, triefender Nase, Niesanfällen - und bin auf mich allein gestellt, um einem weiteren nordamerikanischen – leider weniger populärem – Importgut zu trotzen: der Ambrosia.

Göttliche Ambrosia? Weit gefehlt … - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Gewinner des Klimawandels

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Ambrosia in Deutschland bekannt. Die Samen wurden mit Getreide aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt. Erst in den letzten Jahrzehnten begann allerdings ihre starke Ausbreitung als Folge des Klimawandels. Die einjährige Pflanze braucht ein warmes oder gemäßigtes Klima mit milden Herbstmonaten und findet so jetzt auch in unseren Gefilden mittlerweile optimale Bedingungen.

Verbreitung

Ambrosia-Samen findet man oft als Verunreinigung in Vogelfutter. Daneben wird die Pflanze durch landwirtschaftliche Maschinen verbreitet.

Das beifußblättrige Traubenkraut ist mit seinen Pollen der stärkste Allergie-Auslöser Mitteleuropas. Schon fünf Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um sensibel darauf zu reagieren. Die Blüten produzieren bis zu einer Milliarde Pollen pro Pflanze, weshalb das allergene Potential der Ambrosiapollen um ein Vielfaches höher ist als das der Gräserpollen. Zudem können sie durch den Wind über weite Entfernungen transportiert werden, weshalb ein Münchner Gewächs einem Datschiburger durchaus zu schaffen machen kann.

Starke gesundheitliche Beeinträchtigungen

Wunderbar hehr klingt doch der Name: Ambrosia (nicht umsonst wurde so in der griechischen Mythologie schließlich auch die zur Unsterblichkeit führende Speise der Götter genannt). Weit weniger heroisch mutet allerdings die allergische Reaktion auf die Ambrosia-Samen an.

Ambrosia produziert Pollen, die schon in sehr geringer Menge starke allergische Reaktionen wie allergisches Asthma auslösen können. Die Pollenproduktion findet von Juli bis Oktober statt; die Pollensaison wird dadurch deutlich verlängert und intensiver.

Entsorgung

Ambrosia-Pflanzen bitte nicht einfach wachsen lassen. Junge Pflanzen vor der Blüte sollte man mit Handschuhen ausreißen und über die Mülltonne entsorgen. Bei blühenden Pflanzen Handschuhe und Feinstaubmaske tragen und in einer Plastiktüte in den Hausmüll (nicht in die Biotonne!) entsorgen. Allergiker und vor allem Asthmatiker lassen bitte entsorgen. Größere Ambrosia-Bestände bitte bei der Stadt melden.

Siri, …

… was sagst du zu Ambrosia?

Es geht hier um Dich, nicht um mich.

Stimmt eigentlich. Von daher schnellstmöglich für die geeignete Behandlung zum HNO meines Vertrauens. In jedem Fall die bessere Alternative zu Mrs. Siri und Dr. Google!

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