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Hausstaubmilben kennen wirklich keine TABUS!

von Dr. Richard Kirchmair

Des Deutschen liebster Rückzugsort ist leider längst noch nie ihm alleine vorbehalten. Das Bett ist uns heilig, hier suchen wir Erholung nach einem anstrengenden Tag und natürlich wollen wir selbstbestimmt entscheiden, wer mit uns das Schlafzimmer teilen darf.

Und genau das ist ihnen egal: kleinen winzigen Spinnentieren, die uns laut Wecker’scher Manier nicht nur beim Baden bange machen, sondern auch zu nächtlicher Stunde bzw. dann am nächsten Morgen.

Hausstaubmilben kennen wirklich keine TABUS! - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Häufig werden die Symptome einer Hausstauballergie mit Heuschnupfen oder einer Erkältung verwechselt. Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie unterscheiden sich davon nur geringfügig. Die Nase ist vor allem morgens häufig verstopft, manchmal jucken und tränen die Augen oder sind gerötet.

Bei ausgeprägter Allergie reagieren auch die tiefen Atemwege mit Husten, erschwertem Atmen oder pfeifenden Atemgeräuschen bis hin zu Asthma. Während der Wintermonate – besonders bei Einsetzen der Heizperiode – leiden Betroffene meist mehr als in der warmen Jahreszeit.

Aber auch ganz untypische Beschwerden, wie Schleimhauttrockenheit oder Hautausschläge können vorkommen.

Mangelnde Hygiene im Haushalt?

Hausstaubmilben im Bett haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie kommen in jeder Wohnung vor. Sie lieben Betten, Polstermöbel, Teppiche, Stofftiere, offene Regale und Vorhänge.

Am liebsten halten sie sich aber auf unserer Matratze auf, denn das feuchtwarme Klima schafft für sie optimale Lebensbedingungen und unsere Hautschuppen und Haare schmecken wohl einfach zu gut. Allergieauslösend wirken Bestandteile aus dem Kot der Milben.

Hilflos ausgeliefert?

Wer vermutet, dass er auf Hausstaubmilben allergisch reagiert, sollte einen Arzt aufsuchen. Der kann den Verdacht überprüfen und anhand spezieller Allergietests (Prick-Test, Blutuntersuchung, Nasaler Provokationstest) die Diagnose stellen. Je nach Grad der Allergie wird dann über das weitere Vorgehen (z.B. eine Hyposensibilisierung) nachgedacht.

Wieder Herr im Haus/auf der Matratze werden!

Unabhängig von der ärztlichen Konsultation, kann man natürlich auch selbst zu Hause vorbeugen: Selbst wenn man diese Attribute nur ungern mit dem Schlafzimmer in Verbindung bringt, so sind „trocken“ und „kühl“ leider ihren Antonymen vorzuziehen (wenngleich natürlich nur im Hinblick auf die äußeren Rahmenbedingungen).

Die Umgebung des Bettes sollte staubfrei, das Bettgestell offen sein, damit die Feuchtigkeit aus der Matratze weichen kann. Bei dieser empfiehlt sich ein regelmäßiger Austausch bzw. zumindest ein Wenden beim Wäschewechsel. Das Waschen der Bettwäsche sowie der Decke und des Kissens erfolgt am besten in regelmäßigen Abständen bei hohen Temperaturen.

Zu guter Letzt kann die Matratze mit einem milbendichten Bezug (Encasing) versehen werden, der verhindert, dass der Milbenkot in die Atemluft gelangt. Böden sollten Allergiker regelmäßig saugen und nass wischen. Wer saugt, sollte auf einen sogenannten Feinstaubfilter achten. Und so schwer es wahrscheinlich fällt: Die selbstgehäkelten (Staubfänger-)Vorhänge der Schwiegermutter sollten nicht aufgehängt werden.

Tabulos im Schlafzimmer? Das sollte wirklich jeder für sich entscheiden dürfen!

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