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Ich höre was, was Du nicht hörst …

von Dr. Richard Kirchmair

Eine glückliche Ehe ist eine, in der sie ein bisschen blind und er ein bisschen taub ist.
- Loriot

Und sie lebten glücklich und zufrieden, bis aus diesem „ein bisschen“ ein „bisschen zu viel“ wurde…

Wenn alles „dumpf“ wird …

15 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht. Dies betrifft alle Altersgruppen, wobei die Gruppe der Über-50-Jährigen am stärksten repräsentiert ist. Oft können die hohen Töne nicht mehr wahrgenommen werden, Gespräche werden mühsamer und einfache Alltagsgeräusche wie das Telefon oder der Ruf zum Abendessen werden nicht mehr gehört: das (Ehe-)Leben gelingt nicht mehr vollständig.

Ich höre was, was Du nicht hörst … - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Damit sie nicht länger auf taube Ohren stößt …

… schickt sie ihren Göttergatten nun alsbald zum HNO. Dort werden Hörtests für jedes Ohr einzeln durchgeführt. Belegen die Messungen eine Hörminderung im Innenohr, stellt der HNO ein Rezept für ein Hörsystem aus, mit dem der Betroffene einen Hörgeräteakustiker aufsucht. Nein, auch wenn es manchmal den Anschein hätte, nur wir Männer hören schlecht, Frauen sind nicht weniger betroffen.

Welches Hörsystem passt am besten?

Vorrangig gilt, das Hörgerät ist am besten, das (zu) jedem einzelnen am besten passt! Für die meisten Arten von Schwerhörigkeit und für alle Altersgruppen (auch für Babys!) gibt es ein geeignetes System!

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen „Hinter-dem-Ohr-Systemen“ und „In-dem-Ohr-Systemen“. Je nach Wohlbefinden und den jeweiligen persönlichen Lebensgewohnheiten wird ein individuelles Hörprofil angefertigt.

Der Hörakustiker analysiert den Alltag des Betroffenen, dessen Hörvorlieben, seine technischen Möglichkeiten (neue Hörsysteme lassen sich beispielsweise mit dem Smartphone verbinden), etc. Nach dem Probetragen und Testen mehrerer Hörgeräte im Alltag, erfolgt die Feinanpassung. Die Hörgeräte stellen sich automatisch auf die passende Lautstärke ein.

Auch nach der Wahl eines für den Betroffenen geeigneten Hörgeräts sollten regelmäßige Kontrolltermine beim HNO wahrgenommen werden.

Hören ist wertvoll!

Auch wenn dies die Krankenkassen wohl etwas zu genau nehmen, so sollte man sich gut überlegen, ob man auf ein günstigeres Gerät zurückgreift, obwohl ein anderes geradezu ideal wäre (auch das günstigere Modell kann das individuell beste sein, keine Frage!). Je nach Kasse wird ein entsprechender Fixbetrag übernommen.

Ohr gut, alles gut?

Und was wird nun aus unseren Beiden, die sich doch so daran gewöhnt haben, dass er – zumindest ein bisschen – taub ist? In diesem Fall hilft der Dame bei ihrer Problematik gerne der sehr geschätzte Kollege Ophthalmologe weiter. Für den letztlich glücklichen (Ehe-)Ausgang können aber weder der HNO noch der Augenarzt garantieren!

Das regelmäßige Tragen des neuen Hörsystems bringt aber zumindest den hörentwöhnten Gatten wieder in die Spur.

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