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Insektenallergie: Hilfe, die Wespen kommen!

von Dr. Richard Kirchmair

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Sonntag: Ein gemütliches Frühstück mit der Liebsten – ein Moment ohne Smartphone und Instagood/Instafood/Instacouple - der Duft nach noch warmen Croissants, Obstsalat, ein Cappuccino. Quasi die Symbiose des perfekten Morgens. Eden auf Erden! Und dann, schlagartig, kam sie: Die gemeine Wespe (so ihr tatsächlicher Name)!

Und das Idyll der trauten Zweisamkeit fand ein jähes Ende. Kreischalarm, ein wildes Fuchteln, es wird wie wild gepustet (fatal, denn das Kohlendioxid in der Atemluft macht die Tiere aggressiv) und aus einem harmlosen Tierchen auf Futtersuche wird nun tatsächlich ein – oh Wunder - sich wehrendes und das kann für den ein oder anderen durchaus gefährlich werden…

Insektenallergie: Hilfe, die Wespen kommen! - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Keine Sorge! Sie sind (eigentlich) nicht das Objekt der Begierde!

Wespen kommen uns nur in der Absicht auf Nahrungssuche nahe. Bis etwa Mitte August ernähren sie sich hauptsächlich von Eiweiß in Form von Insekten oder Fleisch. Danach benötigen sie zum Überleben Zucker, weshalb die Kaffeetafel ein so beliebtes Zielobjekt darstellt. Wer dann allzu panisch gegen Wespen vorgeht, macht alles noch schlimmer, denn eine Wespe in Not setzt Geruchsstoffe frei und lockt damit andere Wespen an. (Tipp: Überreife Trauben als Ablenk-Fütterung). Auch wenn es schwerfällt, wäre es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren. Die Tiere greifen nur an, wenn man nach ihnen schlägt oder ihren Nestern zu nahekommt.

Wenn es dennoch passiert …

Tatsächlich können Stiche durch Wespen oder Bienen für einen Insektengiftallergiker zum Notfall werden. Neben starken Rötungen und Schwellungen, kann es zu anaphylaktischen Reaktionen mit Symptomen wie Nesselsucht, Angioödem und Atemnot kommen. Schwere systemische Reaktionen wie Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfall bis hin zum Schock sind zwar selten, können aber auch auftreten. In diesen Fällen immer und sofort den Notarzt verständigen! Ein Stich kann hier lebensbedrohlich werden!

Die spezifische Immuntherapie

Die Insektengiftallergie ist sehr gut behandelbar. Der Therapieerfolg liegt bei etwa 95%. Bei der Hyposensibilisierung gegen Insektengift wird der Körper langsam an den auslösenden Giftstoff gewöhnt. Wichtig für den Erfolg ist, dass die Patienten immer stärker personalisiert mit genau dem Stoff behandelt werden, der die Allergie auslöst. Dabei spritzt der Arzt das Gift in langsam steigenden Dosen unter die Haut. Danach tolerieren die meisten das Insektengift ohne Reaktion. Um den Impfschutz langfristig zu sichern, soll die Therapie über mindestens 3 bis 5 Jahre fortgesetzt werden.

Zögern Sie nicht …

… und kontaktieren Sie bei den ersten Anzeichen einer Allergie Ihren Facharzt. Die spezifische Immuntherapie ist nicht nur eine hocheffektive, sondern auch - durch qualitativ immer bessere Extrakte - komplikationsarme Behandlung. Auch Kinder können ab fünf Jahren therapiert werden.

Una vespa …

wird Sie dann nicht mehr in Panik versetzen. Vielleicht können Sie dann die Fahrt auf derselben noch mehr genießen. Enrico Piaggio, d‘Ascanio und Ihrem Allergologen sei Dank!

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