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Insektengift­allergie

von Dr. Richard Kirchmair

Bienen- und Wespenallergie

Scheinbar noch ein wenig weiter weg, von der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Aber nur scheinbar. Die Schwellungen im Gesicht, an der Zunge und im Schlund nach einem Insektenstich sind doch recht HNO assoziiert. Nebenbei können diese Allergien auch richtig gefährlich werden.

Eine Insektengiftallergie kann im schlimmsten Fall sogar auch einmal tödlich enden. Daher ist es wichtig die Symptome zu kennen, eine Diagnose zu stellen und zu behandeln.

Insektengift­allergie - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Die Betroffenen reagieren auf den Stich des Insekts. Im leichteren Fall lokal mit Rötungen, Schwellungen und Juckreiz. Lästig, aber weniger gefährlich, da die Symptome meist nach einem Tag abgeklungen sind.

Weit problematischer sind da Reaktionen an den Atemwegen und am Kreislaufsystem. Sogenannte „zentrale“ Symptome äußern sich durch:

  • Tränende und gerötete Augen
  • Fliessschnupfen
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • Schwellungen im Gesicht
  • Sprech- und Schluckbeschwerden
  • Übelkeit
  • Angstzustände
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Schwächegefühl
  • Bewusstlosigkeit

Wie ich ja ein früheren Blogs schon beschrieben habe, kann ein allergischer Schock unterschiedlich schwer verlaufen. Je schneller und je zentraler Symptome auftreten, um so schneller muss gehandelt werden. Da ein schwerer allergischer Schock zum Tod durch Ersticken oder durch einen Herz- Kreislaufstillstand führen kann.

Die Diagnose

Die Vorgeschichte lässt meist schon den Verdacht zu. Reaktionen nach einem Insektenstich. In der Kategorie der Insektengiftallergien sind Bienen- und Wespengiftallergien häufiger, Reaktionen auf Hummeln- und Hornissen seltener. Hilfreich ist eine Ahnung auf welches Insekt die Reaktion erfolgte. Steckt der Stachel noch, dann vermutlich eine Biene. Die Wespen stechen ohne den Stachel zu verlieren.

Die Diagnose sollte bei Bienen- und Wespengiftallergien in erster Linie durch den Test des spezifischen IgE im Blut erfolgen.

Die Behandlung?

Sind bei einer Insektengiftallergie schon zentrale Nebenwirkungen aufgetreten, dann sollte immer ein Notfallset mitgeführt werden. Das besteht aus flüssigem Kortison, Antiallergikum und Adrenalin Autoinjektor.

Folgendes Vorgehen, natürlich in immer in Abhängigkeit der Schwere der Reaktion:

  • Ggf. Stachel raus
  • Medikamente einnehmen
  • Notarzt informieren falls schwere Symptome auftreten
  • Der Adrenalin Autoinjektor kommt zum Einsatz, wenn trotz der Medikamente schwere Symptome auftreten
  • Atmung erleichtern: Kleidung lockern und Aufsetzen, wenn bei Bewusstsein
  • Bei Bewusstlosigkeit: natürlich stabile Seitenlage
  • Bei Herz-Kreislaufstillstand: Wiederbelebungsmassnahmen

Die Perspektive

Langfristige Hilfe bringt bei schweren Allergieverläufen die Immuntherapie. Wie schon bei den beschriebenen Allergien soll der Körper mit niedrigen Dosierungen des Allergens sich wieder an das Allergen gewöhnen. So kann man sehr oft die Insektengiftallergie vollständig heilen.

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