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Nässe, Kälte, Dunkelheit – was das Immunsystem jetzt braucht

von Dr. Richard Kirchmair

Der vergangene Sommer war lang. Lang, trocken und heiß. Dennoch: „Plötzlich“ ist sie wieder da, die Jahreszeit mit dem Schmuddelwetter. Gar nicht so einfach, sich daran wieder zu gewöhnen. Schnell fängt man sich eine Erkältung ein: Befinden und Stimmung rauschen dann in den Keller. Das Immunsystem gezielt bei Laune und in guter Fitness zu halten, ist deswegen in dieser Jahreszeit eine gute Idee.

Nässe, Kälte, Dunkelheit – was das Immunsystem jetzt braucht - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Das Immunsystem vollbringt Höchstleistungen. Es erkennt Eindringlinge und eliminiert sie in aller Regel, noch bevor etwas passiert. Manchmal ist es jedoch überfordert. Übersteigt die Zahl der Eindringlinge die Verteidigungskapazität des Immunsystems, ist es geschwächt oder sind die Eindringlinge zu aggressiv, können sie sich vermehren. Der Fachbegriff dafür lautet „Infektion“.

Völlig kapituliert hat das Immunsystem jedoch nicht: Es arbeitet bei einer Infektion mit Hochdruck daran, die Eindringlinge in Schach zu halten und sie zu zerstören. So werden die Anzeichen einer Infektion wie Abgeschlagenheit, Entzündungszeichen und Temperaturerhöhung nicht nur von den Erregern verursacht, sondern sind auch ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet. Auf diese Weise wird es mit den meisten Infektionen ganz gut alleine fertig. In speziellen Fällen, so z. B. bei aggressiven bakteriellen Infektionen ist jedoch eine Unterstützung mit einem Antibiotikum sinnvoll oder sogar nötig.

Wichtig ist, das Immunsystem laufend mit „natürlichen Mitteln“ fit zu halten. Ein guter Tagesrhythmus mit ausreichend Schlaf und regelmäßigen Pausen gehört genauso dazu wie eine regelmäßige angemessene Bewegung. Sich dem Schmuddelwetter bewusst auszusetzen – in passender Kleidung versteht sich – hat ebenfalls einen Trainingseffekt aufs Immunsystem. Ganz gezielt lässt sich die Anpassungsfähigkeit des Körpers an Wärme- und Kältereize in der Sauna steigern.

Die Ernährung spielt natürlich eine zentrale Rolle: das Immunsystem profitiert insbesondere von einer vielseitigen, ausgewogenen Ernährung mit viel – möglichst frischem – Gemüse und Obst. Vitamine wie z. B. A, B6, B12, C, D und E sowie Mikronährstoffe wie Eisen, Zink und Selen sind für die reibungslose Arbeit des Immunsystems unverzichtbar.

Vitaminpräparate ungezielt – im Sinne eines „Gießkannenprinzips“ einzunehmen, wird heute vielfach kritisch gesehen. Kritiker merken zu Recht an, dass ein regelrechter Vitaminmangel in Deutschland sehr selten sein dürfte, dass sich Wirkungen dieser Art von Vitamineinnahme nicht wirklich nachweisen lassen, dass andererseits aber in bestimmten Situationen vielleicht sogar Schäden einer ungezielten Einnahme von Vitaminen zu befürchten sind.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Situationen, in denen eine längerfristige gezielte Einnahme von Vitaminen sinnvoll ist, z. B. bei Osteoporose oder bei Kinderwunsch – dies sollte jedoch in der individuellen Situation ärztlich begleitet werden.

Zudem gilt es zu unterscheiden, in welcher Absicht Vitamine eingesetzt werden. In niedriger Dosierung für die Selbstmedikation geht es darum, einen – nicht zu ausgeprägten – Mangel auszugleichen oder ihm vorzubeugen. Und eben diese Notwendigkeit bezweifeln die Kritiker.

Viel hilft viel? Bei Vitaminen bitte nicht mit der Gießkanne dosieren

In höherer Dosierung können Vitamine dazu eingesetzt werden, ganz konkrete Wirkungen zu erzielen. In diesem Fall geht es jedoch nicht nach dem Gießkannenprinzip. Vitamine sind potente Wirkstoffe, die das Immunsystem gezielt unterstützen können. Dafür müssen sie jedoch gezielt ausgewählt und in ausreichender Dosierung verabreicht werden. Eine Möglichkeit dafür ist beispielweise, sie in einer Infusion direkt in die Blutbahn zu bringen. So stehen sie dem Körper direkt und ohne Umweg über den Magen-Darmtrakt zur Verfügung. Auf diese Weise gelangen ausreichend hohe Dosen der Vitamine in die Blutbahn. Die Kombination mit ausgewählten Mikronährstoffen kann den Effekt verstärken.

Solche Infusionen eignen sich als Vorbeugung, zu Beginn einer Erkältung und ggf. auch dann, wenn die Erkältung schon in vollem Gange ist. Sprechen Sie Ihren Arzt an!

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