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Schlaf-Apnoe-Syndrom und Depressionen

von Dr. Richard Kirchmair

Behandlung eines Schlaf-Apnoe-Syndroms kann Depressionen abmildern

Wer mich kennt, weiss, dass ich Schnarchen gern mit nächtlicher Arbeit vergleiche. Dies gilt umso mehr für relevante Atemaussetzer in der Nacht. Also Atemaussetzer, die praktisch in jeder Nacht mehr als 8 mal pro Stunde im Schlaf auftreten.

Schlaf-Apnoe-Syndrom und Depressionen - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Im wahrsten Sinne des Wortes ringt ein Schlaf-Apnoe Patient um Luft. Eine wahrlich anstrengende und zermürbende Problematik. Alles im ach so erholsamen Schlaf. Scheinbar wird selig geschlummert. In der harten Wirklichkeit strengt der Schlaf dagegen an.

Was steckt denn dahinter. Meistens können in der Nacht Schlundmuskulatur und Kehlkopf die Atemwege nicht für den ungehinderten Atemstrom offen halten. Die Entwicklung geht meistens über viele Monate und Jahre. Die Störung schleicht sich sehr langsam und allmählich in die Nächte der Betroffenen und damit ins Leben. Aus dem Grund wird die Störung oft selbst nicht bemerkt. Manchmal stellt ein aufmerksamer Bettnachbar die Atemstopps fest.

Folgen der Schlaf-Apnoe

Nicht selten merkt aber weder Patient noch Umfeld etwas. Die Folge sind depressionsähnliche Veränderungen. Fehlende Motivation, Reizbarkeit und schlechte Laune sind mögliche Folgen. Mangelnde Konzentration und Erinnerungslücken können ebenso auftreten. Gerade die latente Dauermüdigkeit vermiest den Betroffenen das Leben.

Neben den gerade beschriebenen typischen Erschöpfungssymptomen, haben auffällig viele Patienten mit einem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom Depressionen. Bei einer Studie im schönen Florida stellten die Forscher fest, dass ca. 40% der Patienten mit einem Schlaf-Apnoe-Syndrom unter Depressionen leiden. In der gesunden Bevölkerung Floridas sind das deutlich weniger Deppressionspatienten. Unklar ist, ob es sich um „wirkliche“ Depressionen oder um viel mehr die körperlichen Folgen der nächtlichen Überlastungen handelt.

Behandelt man nun die Schlaf-Apnoe-Problematik, verbessern sich gerade auch die Depressionszeichen deutlich.

Erschöpfungssymptome? Handeln Sie!

Daher mein heutiger Anstoß! Wenn Sie solche Erschöpfungssymptome an sich bemerken, denken Sie nicht nur an Ihren belastenden Tagesablauf, sondern auch an die fragliche Erholung in der Nacht. Wie geschrieben, gibt es keine relevanten Symptome an denen direkt eine Schlaf-Apnoe festgemacht werden könnte. Ja, nutzen Sie ggf. die Fähigkeiten ihrer Smartwatches oder ihrer Fitness Armbänder! Nicht wenige bieten zumindest ein oberflächliches Schlaftracking an. Eine belastbare Diagnose ist so nicht möglich, aber erste Informationen liefern die Tracker durchaus.

Keine Angst mehr vor den ungeliebten Nächten im Schlaflabor oder den zahllosen Kabeln beim häuslichen Schlaf-Apnoe-Screen. Mittlerweile sind die Systeme so gut, dass zuhause meist ein uhrähnliches Gebilde am Handgelenk und ein hochintelligenter Fingersensor ausreicht, um eine belastbare Diagnose zu stellen.

Schließlich kann nur ein leistungsfähiger Körper den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht werden!

Eine gesunde und erfolgreiche Woche!

Grüße aus der wunderschönen Augsburger Stadtmitte!

Ihr
Dr. Richard Kirchmair

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