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Schnarchen: Die Diagnostik

von Dr. Richard Kirchmair

Die Diagnose Schnarchen ist eigentlich keine, die ein Arzt stellt. Für gewöhnlich fällt die Diagnose auf der Couch vor dem Fernseher oder im Bett. „Du schnarchst!“ Im Verlauf einer Beziehung kommt dann möglicherweise noch ein Adjektiv dazu… Zum Beispiel „Du schnarchst ganz fürchterlich“. Das Gestört sein des Menschen neben einem akustisch „Auffälligen“ führt dann oft zum Arzt.

Schnarchen: Die Diagnostik - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Schnarchen und andere Ursachen für einen nicht erholsamen Schlaf

Weniger häufig kommt es zu subjektiv wahrgenommenen Veränderungen. Tagesmüdigkeit, Mundtrockenheit, Zungenbrennen, Bluthochdruck etwa. Mir ist es wichtig, dass Ihnen klar ist, dass ein nicht erholsamer Schlaf auf jeden Fall abgeklärt werden sollte.

So finden die Betroffen dann zum Arzt. Und dort?

Zuerst einmal die Vorgeschichte erfassen. Gibt es bekannte Behinderungen der Atemwege, die das Atmen beeinträchtigen. Allergien auf inhalative Allergene, Verkrümmungen der Scheidewand, Übergewicht und andere mechanische Blockaden. Schlafgewohnheiten, Medikamente und natürlich auch Infektneigung werden abgefragt. Die Erzählungen des Partners sind auch wichtig.

Dann folgt die Untersuchung. Endoskopie von Nase, Nasenrachen, Zungengrund und Kehlkopf. So kann der Arzt Engstellen, anatomische Besonderheiten und auch den Zahnstatus beurteilen. Keine Sorge, keine der Untersuchungen ist schmerzhaft.

Die Nebenhöhlen können durch eine Bildgebung beurteilt werden. Hier kommt neben Ultraschall, Computertomographie und das digitale Volumentomogramm zum Einsatz.

Im Idealfall kann der Arzt dann eine ambulante Polygraphie durchführen. Sie bekommen ein kleines Gerät mit nach Hause. Vor dem Einschlafen wird es angezogen. Nun werden mögliche Atemaussetzer und deren Länge gemessen. Darüber hinaus die Sauerstoffsättigung im Blut sowie der Atemwegswiderstand. Weitere Messergebnisse können helfen die Schlafqualität und den Schlafrhythmus zu beurteilen.

Die Summe dieser Erkenntnisse hilft meistens schon sehr gut eine Diagnose zustellen. Bei Bedarf erfolgt dann noch eine Diagnosenacht im Schlaflabor. Dort ist die Zahl der erhobenen Parameter nochmals höher. Im Schlaflabor kann dann auch geklärt werden, ob etwa eine Versorgung mit einem externen Atemtaktgeber, dem sogenannten C-PAP Gerät notwendig ist.

Von der Diagnose zu den Behandlungsoptionen

Steht die Diagnose, können Behandlungsoptionen besprochen werden. Und wichtig, es gibt fast immer mehr als eine Option! Davon dann im nächsten Blogbeitrag.

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