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Starke EU = Starke Gesundheit: Ein medizinischer Wahlaufruf!

von Dr. Richard Kirchmair

Am Sonntag ist wieder einmal Wahltag: Es geht um Europa und somit um uns alle! Die EU spielt in den meisten Bereichen unseres Alltags eine größere Rolle, als vordergründig ersichtlich ist. Nicht alles muss man gutheißen und Hinterfragen war noch nie die schlechteste Methode. Zu starke Reglementierung? Da schreit man nicht sofort Hurra!

Im Hinblick auf die Arzneimittelherstellung sollten uns die strengen EU-Rechtsvorschriften allerdings eher erfreuen - gerade bei neuen innovativen Medikamenten.

Starke EU = Starke Gesundheit: Ein medizinischer Wahlaufruf! - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Biopharmazeutikum - der Ferrari unter den Arzneimitteln!

Zu besagten Arzneimitteln zählen Biopharmazeutika, auch Biologika oder Biologicals genannt. In den vergangenen Jahren hat es einen regelrechten Boom auf diesem medizinischen Gebiet gegeben.

Millionen von Patienten weltweit mit verschiedensten chronisch-entzündlichen Erkrankungen profitieren bereits von den therapeutisch hochwirksamen Substanzen. Dabei handelt es sich um wahre molekulare Schwergewichte. Biologicals werden in lebenden Zellen biotechnologisch hergestellt. Die DNS wird genetisch verändert. Dadurch wird ein Protein produziert, das in der Folge als Arzneimittel verwendet werden kann. Eine gentechnisch veränderte Zelle kann zur Bildung einer Zelllinie, d.h. vieler tausend Kopien der Ursprungszelle verwendet werden. Diese Zelllinie ist einzigartig und wird auch Masterzellwand genannt. Für die künftige Herstellung des Arzneimittels wird sie tiefgefroren und gelagert, denn jede einzelne Ampulle eines Biologikums hat ihren Ursprung in der entsprechenden Masterzellwand. Das bedeutet, dass jede Charge eines Arzneimittels von Zellen mit identischer DNS erstellt wird.

Chance und Nebenwirkungen

Die enthaltenen Proteine blockieren bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe der jeweiligen Erkrankung. Es handelt sich folglich um eine höchst individuelle und dadurch komplexe Therapie. Geheilt werden kann die Erkrankung mit einem Biological nicht und auch die möglichen Nebenwirkungen wie erhöhte Infektanfälligkeit, maligne Tumore, etc. sind nicht zu verachten. In der Regel bekommen Patienten die Biologika aus medizinischen, aber auch aus Kostengründen, dann verordnet, wenn bei ihnen die Basistherapie versagt hat.

Biologicals in der HNO

Auch in der HNO haben Biopharmazeutika in den letzten Jahren neue Therapiemöglichkeiten eröffnet. Nasenspray, Kortison, Hormone - da lächelt ein größerer Polyp nur müde. OP? In manchen Fällen bleibt es leider nicht bei einer: Polypen können nachwachsen. Biologika richten sich gezielt gegen die Mechanismen der Entwicklung von Polypen und Asthma bronchiale. Es wurde gezeigt, dass sich während der Behandlung mit diesen Wirkstoffen Polypen zurückbildeten oder sogar komplett verschwanden. Dabei profitierten Asthmatiker zusätzlich von einer deutlichen Besserung ihrer Atmung und somit ihrer Lebensqualität.

Treffen Sie Ihre Wahl!

Die EU legt höchsten Wert auf strenge Qualitätskontrollen, höchste Standards, sowie umfangreiche Tests (bis zu 250 pro Biologikum). Letztlich profitieren alle Mitgliedsstaaten von diesem Verfahren, da nur so eine bestmögliche medizinische Versorgung zukünftig gesichert werden kann und weitere chronische Erkrankungen zumindest erträglicher werden.

Nehmen Sie daher Gebrauch von Ihrem Recht und Privileg zu wählen! Nicht nur Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken!

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