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Urlaub für die Ohren

von Dr. Richard Kirchmair

Gerade in Großstädten berichten Anwohner von normalerweise viel befahrenen Straßen und benachbarten Flugschneisen von einem „Urlaubsgefühl“ – Urlaub für die Ohren.

Urlaub für die Ohren - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Wo sonst die Blechlawinen rollen und Piloten zum Landen ansetzen, verzeichnet man deutlich weniger Verkehr und folglich auch ein stark vermindertes Lärmlevel – ein positiver Effekt der Ausgangsbeschränkungen.

Wann ist ein Geräusch Lärm?

Als Lärm bezeichnet man alle Geräusche, die (subjektiv) als nicht angenehm empfunden werden. Die Hörzellen im Ohrinneren empfangen die Schallwellen jedes Tons und verarbeiten sie zu Signalen, deren Bewertung das Gehirn vornimmt. Einer empfindet laute Musik als störend, ein Anderer vorbeifahrende Autos und ein Dritter kommt beim schreienden Nachbarskind an seine akustischen Grenzen. Ein Geräusch wird also zu Lärm, wenn es bewusst oder unbewusst stört und damit das Wohlbefinden beeinträchtigt.

Lärm: Auswirkungen auf den Körper

Durch Lärm wird der Körper in Stress versetzt, Puls und Blutdruck werden erhöht, Fett- und Zuckerreserven ins Blut gepumpt sowie Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Gehirnstromaktivität verändert. Besonders in Ballungszentren stellt sich auch nachts keine Ruhe ein, weshalb sich der Körper permanent im Stressmodus befindet und auch der Schlaf nicht erholsam ist. Die Folgen sind u.a. eine verringerte Leistungsfähigkeit (auch Lernschwierigkeiten bei Kindern), Herz-Kreislauferkrankungen und ein chronischer Erschöpfungszustand.

Lärm über 85 Dezibel kann das Gehör schädigen. Kurze, laute Geräusche wie beispielsweise von einem Feuerwerkskörper können zu einer zeitweiligen Hörwellenverschiebung führen, von der sich das Ohr meist wieder erholt. Sehr lauter oder andauernder Lärm über 120 Dezibel kann das Gehör dauerhaft schädigen.

Versuchen Sie, permanente Lärmquellen – wenn möglich – abzuschalten oder zumindest zu reduzieren. Oftmals helfen mehrfach verglaste Fenster zu einem erholsameren Schlaf, aber auch andere – als angenehm empfundene - Geräusche können ggf. zur Übertönung der Störquelle herangezogen werden.

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