Gesunde Ohren - HNO-Privatpraxis Augsburg Dr. Richard Kirchmair

Gesunde Ohren

Die Ohren: sensibel, empfindlich, unverzichtbar.

„Nicht sehen trennt den Menschen von den Dingen. Nicht hören trennt den Menschen vom Menschen.“ Die Worte des Philosophen Immanuel Kant beschreiben die wichtige Funktion unserer Ohren im zwischenmenschlichen Bereich. Bereits während der Schwangerschaft entwickelt sich das Hören. Nur durch ein intaktes Gehör kann sich die Sprache entwickeln. Die Ohren übermitteln uns mehr Informationen, als wir denken. Sie können mit ihnen wahrnehmen, ob ein Mensch am Telefon lächelt oder ob er wütend ist. Die Ohren selektieren Geräusche, helfen uns, das Wesentliche herauszuhören, sorgen dafür, dass unser Körper im Gleichgewicht bleibt.

Doch die Auslöser für Hörstörungen sind vielfältig. Schon eine bloße Verstopfung der Gehörgänge kann drastische Hörverschlechterungen auslösen. Im Bereich des Mittelohres sind Störungen des Trommelfells (z.B. Löcher im Trommelfell), Defekte der Gehörknöchelchen oder deren Verknöcherung für Höreinschränkungen bis zu 45 dB verantwortlich. Auch in der Hörschnecke selbst treten Störungen auf. Von angeborenen Defekten über erworbene Schäden wie etwa durch Entzündungen oder Lärm bis hin zum Abbau im Laufe des Lebens. Sehr viel seltener dagegen sind Störungen des Hörnervs oder gar zentraler Hörbahnen im Gehirn und der Hörrinde.

Paukenergüsse

Sekretstau im Mittelohr

Nicht immer sind Störungen im Innenohr Ursache einer Hörminderung. Sehr viel häufiger sind es Schallleitungsstörungen, die das Hören beeinträchtigen. Hier wird die Schwingung des Trommelfells gestört und so der Schall vermindert an das Innenohr weitergeleitet. Besonders häufig sind Schleimansammlungen im Mittelohr bei Kindern. Dieser Schleim fließt nicht mehr über die Ohrtrompete zur Nase ab und staut sich im Mittelohr. Hierdurch sind Hörminderungen bis zu 45 dB möglich. Sie hören in dem Fall dumpf und sehr undeutlich. Vergleichbar ist der Höreindruck, wenn Sie unter Wasser in der Badewanne liegen und im Bad spricht einer. Nicht unbedingt leise, aber sehr dumpf und undeutlich zu hören.

Therapie von Paukenergüssen

Häufig treten die Paukenergüsse im Rahmen von Mittelohrentzündungen und vergrößerten „Polypen“ auf. So heißen die Rachenmandeln oder adenoide Vegetationen. Manchmal ist auch ein Zusammenhang mit vergrößerten Gaumenmandeln, den sogenannten „Mandeln“, zu erkennen.

Die bekannteste Maßnahme ist die Operation der „Polypen“ und der Schnitt ins Trommelfell oder gar das berühmte Paukenröhrchen. Nur nicht erschrecken! Es gibt auch andere Therapieansätze. Zuerst sollte eine Abklärung erfolgen, ob nicht andere Ursachen wie Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorliegen. Auch der Rückfluss von Magensäure im Liegen scheint hier eine Rolle zu spielen.

Ist die Ursache geklärt, bieten sich neben operativen Verfahren homöopathische und andere naturheilkundliche Möglichkeiten an. Wichtig ist es, am Ball der Hörleistung zu bleiben, um nicht Sprachentwicklungsverzögerungen oder Sprechstörungen wie etwa das Lispeln durch schlechtes Hören zu verursachen.

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